"Zu wissen wie man anregt, ist die Kunst des Lehrens."
(Henry Frédèric Amiel)
I. Mediations-Ausbildung für Lehrkräfte
Anlass
Schulalltag ist häufig Konfliktalltag. Zwischenmenschliche Spannungen bis hin zu Mobbing, gestörte Kommunikation, Schulstress, Leistungsdruck, Auseinandersetzungen auf dem Hintergrund unterschiedlicher Sprachen und Kulturen usw. können im Stillen krank machen, offen zutage treten oder in Gewalt eskalieren.
Herausforderung
Lehrkräfte stehen vor der Frage konkreter Handlungskompetenzen zur nachhaltigen Verbesserung solcher Situationen.
Wie kann das gelingen?
Zielführend ist
ein berufsspezifisches Gesamtkonzept aus einem Guss,
aufbauend auf den wesentlichen Elementen der Basis-Ausbildung.
Nutzen und Vorteile für die Lehrkraft im Einzelnen
- Sie aktiviert ihre "stillen Reserven" und Talente.
- Sie gewinnt neue berufliche und soziale Kompetenzen
- Sie erweitert ihre Steuerungsfähigkeit in komplexen Gesprächs- und Konfliktsituationen.
- Sie baut ihre kommunikativen Qualitäten aus und vertraut der eigenen Stärke.
- Sie kann mit einem praxisbewährten Instrumentenkoffer Konflikteskalationen verhindern oder entflechten.
- Sie eröffnet neue Handlungsspielräume im Spannungsfeld zwischen Kollegen, Schülern, Eltern und allen am Schulbetrieb Beteiligten und hat mehr Wahlmöglichkeiten bei der Beantwortung komplizierter Fragen.
- Sie fördert konstruktive und kooperative Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse.
- Sie unterstützt alle Konfliktbeteiligten, in einem klar strukturierten Vorgehen (Einfachheit ist eine Meisterschaft), eigenverantwortlich tragfähige Win-Win-Lösungen zu erarbeiten.
- Sie macht die konstruktiven Wirkungen eines Konflikts erfahrbar.
- Sie ermöglicht eine neue, beziehungsschonende Umgangs- und Begegnungskultur und erhält ihre Gesundheit und Arbeitskraft.
- Sie erfährt neue Perspektiven und Chancen auch zur eigenen Transformation.
Im Ganzen gesehen geht es um ein immer mehr Lehrer-Sein, und nicht nur den Beruf eines Lehrers zu haben. Konfliktprävention, eine neue Qualität der Zusammmenarbeit und die Steigerung des Lernerfolgs sind integrative Linien dieses Konzeptes.
Zielgruppe
Alle Lehrkräfte an allen denkbaren Schulformen.
Methodik
Erprobung der Mediationstechniken und geistigen Grundhaltungen der Empathie, der Authentizität, der Wertschätzung und des systemischen Denkens. Im Einzelnen: schulspezifische Fallbeispiele in Rollenspielen, Simulationen, Demonstrationen und in der Dialogarbeit.
Zeitlicher Umfang
Individuelle Vereinbarungen mit den Schulen. Reflexionstag nach einem halben Jahr. Teilnahmebescheinigung.
Ort
nach Vereinbarung mit der Schule
Termine und Fortbildungskosten
nach Vereinbarung
[Anmeldung]
Referenten:
Dr. Dr. Gattus Hösl, Sylvia Kammergruber
[Dozenten-Team]
II. Grundlagen des Mediativen Handelns und der Gewaltfreien Kommunikation in pädagogischen Berufen
Mediatives Handeln, das auf den Haltungen und Techniken der Transformativen Mediation beruht, ermöglicht einen tiefgreifenden Wandel im Menschen.
Eine neue Qualität in der Zusammenarbeit von Schülern, Kollegen, Vorgesetzten und Eltern wird möglich und schafft eine Basis für eine Steigerung des Lerneffekts.
Wer mediativ handelt, also auch mediativ kommuniziert, ist konfliktpräventiv, bildet seine Persönlichkeit und ist humaner präsent.
Nach den Gewaltexzessen an Schulen stehen bei Psychologen, Soziologen, Polizeivertretern, Politikern immer wieder auch Forderungen wie Schulsicherung durch Videoanlagen, Eingangskontrollen, Metalldetektoren, Verschärfung der Waffengesetze, verstärkte Sicherheitsdienste und der Ruf nach mehr Schulpsychologen im Vordergrund. Dass es keinen 100-%-igen Schutz gibt, ist jedem klar, der an der Wirklichkeit nicht vorbeilebt.
Ist aber der Wurzelgrund solcher Exzesse geklärt? Dabei wird deutlich: Es fehlt - wie oft? wie tiefgreifend? - an zuhörender, empathischer, wertschätzender, bedürfnisorientierter Kommunikation im Elternhaus und an Schulen. Lehrer, die im Studium oder danach in Transformativer Mediation und daraus resultierendem Mediativen Handeln ausgebildet sind, sind fähig, eine neue Umgangs- und Unterrichtskultur zu schaffen. Sie ermöglichen eine nachhaltige, stabile, persönlichkeitsbildende Qualität des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens. Individuelles moralisches Wachstum und soziales Lernen geschehen.
Nutzen und Vorteile, Zielgruppe, Methodik, Zeitlicher Umfang, Ort, Termine und Fortbildungskosten, Referenten: siehe I.
VISIONEN für I. und II.
- Mediation und Mediatives Handeln als grundlegender und unbedingter Bestandteil der Lehrer-Ausbildung.
- Mediation und Mediativen Handeln als Schulfach ab 1. Klasse Grundschule (und kindgemäß auch schon in der Vorschule).
Wenn einer alleine träumt, bleibt es ein Traum; wenn viele gemeinsam träumen, ist das bereits der Beginn einer neuen Wirklichkeit.
(Dom Helder Cámara)
Der Leiter einer Grundschule: "Wenn die Grundschule nicht in diesem Rahmen Mediation betreibt, werden sich die Folgekosten im Bereich der Sekundarstufe 1, das heißt in der Pubertät und Nachpubertät, in riesigen Sprüngen erhöhen. Ich sage nur das Wort Jugendgerichtshilfe. Kosten entstehen, um Kinder aufzufangen, die man längst in der Grundschule hätte korrigieren können."
Die Realisierung der Visionen schafft die Miteinander-Basis für eine nachhaltig zukunftsfähige Gesellschaft.