5 Module der Ausbildung

Ausbildung zum Mediator in 5 Modulen

Modul 1

Einführung, Grundlagen der Mediation. Konflikt und Kommunikation. Demonstrationen, Übungen und erste Rollenspiele

Inhalte u.a.: Wesensmerkmale und Prinzipien der Mediation. Geschichte, Anwendungsbereiche, Ziele. Multidisziplinärer Hintergrund. Die geistig-ethische Grundhaltung der Mediatorin/des Mediators im Anforderungsprofil. Konflikttheorie und Konfliktanalyse: Konfliktursachen bzw. -faktoren. Konflikttypen und ihre Unterscheidungen nach Umfeld, Inhalt, Personen und Gruppen. Die Form der Austragung, Dynamik und Eskalation. Wie interveniere ich? Die Sach- und Beziehungsebene und ihre Entflechtung.

Indikation und Grenzen der Mediation, Wahrnehmungs- und Entscheidungsmuster des Menschen. Verhandlungstechniken und -kompetenz. Orientierungen des Verhandelns nach Macht, Recht, Interessen. Leitbilder der Mediation: Das Harvard-Konzept. Verhandeln und Argumentieren. Die Transformative Mediation mit ihren Zielgrößen Empowerment und Recognition, auch als Persönlichkeitsentwicklung und soziales Lernen. Situations- und philosophieorientierte “Ausflüge” während der ganzen Ausbildung in die Welt der Lebensordnungen, Lebensweisheiten, ethischen Grundwerte. Ebenso “Scheinwerfer” auf das Recht.

Die Grundlagen der Kommunikation. Kommunikations- und Diskursmodelle. Verbale und nonverbale Kommunikation. Techniken der Moderation und Präsentation.

Kommunikationstechniken des Mediators: Gesprächstechniken, insbesondere Paraphrasieren, Zusammenfassen, Ich-Botschaften, Fragetechniken mit Blockadelösungen, Visualisieren, unter Einbeziehung von Schulz von Thun und der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Umgang mit schwierigen Gesprächs- und mit Krisensituationen. Machtgefälle, Widerstände Tipps für die Mediatorin/den Mediator. Das mediative Setting. Der Leitfaden für das Gelingen der Mediation.

Modul 2 und 3

Mediation als kommunikative Aufgabe. Praktische Übungen und Rollenspiele. Das Mediationsverfahren mit genauer Unterscheidung Position – Thema – Interesse / Gefühl / Bedürfnis.

Inhalte u.a.: Durchführung der einzelnen Phasen des Mediationsverfahrens. Modellhafte Demonstrationen, Rollenspiele, Übungen, Kleingruppenarbeit, Simulation,  mit von den Teilnehmern benannten Konflikten als Fallbeispiele aus den Anwendungsfeldern der Mediation.

Phase 1: Vorbereitung. Ersttelefonate. Konfliktanalyse. Mediationstauglichkeit. Setting. Einführung. Grundlagen für ein kooperatives Miteinander: Die . Spielregeln. Regeln für Einzelgespräche. Kriterien zur Bewertung von Lösungsoptionen. Richtlinien für Gutachten. Umgang mit und Einbeziehung von Rechtsanwälten. BATNA mit Abgrenzung gegenüber anderen Konfliktlösungsverfahren. Mediationsvertrag. Honorarvereinbarung.

Phase 2: Informations- und Themensammlung. Unterscheidung von Position – Thema – Interesse/Anliegen/Wunsch (Grundformen des Lebens) und Bedürfnisse/Gefühle (Grundformen des Erlebens).

Phase 3: Klärung der Interessen, Anliegen, Wünsche, Gefühle/ Bedürfnisse.

Phase 4: Kreative Ideensuche/Bildung von Optionen auf der Grundlage der Interessen, Anliegen, Wünsche, Gefühle/Bedürfnisse.

Phase 5: Bewertung und Auswahl der Optionen als Schritt der Einigung auf eine Regelung oder Lösung.

Phase 6: Die Mediationsvereinbarung als Dokumentation des Ergebnisses. Juristische, wirtschaftliche, technische, organisatorische, ökologische, soziale etc. Machbarkeitsprüfung.

Integration der

Techniken I 

Kommunikationstechniken (siehe Modul 1, Vertiefung)

Techniken II

Kreativtechniken (Assoziationstechniken, z.B. Brainstorming, Brainwriting in verschiedenen Varianten. Methode 635. Mind-Mapping, Imaginationstechniken, z.B. Rollenspiel/Simulation. Techniken der systematischen Ideensuche, z.B. Osborn-Checkliste, Umkehrmethode. Bild- und Analogietechniken, z.B. Bisoziation, Bionik. Reizwortmethode. Vernetztes Denken.

Techniken III

Operationalisierungstechniken (z.B. Integratives Verhandeln, PMO, Ein-Text-Verfahren).

Modul 4

Fortsetzung der praktischen Übungen und Rollenspiele. Mediation als eigenständiges Berufsfeld.  Spezialformen der Mediation. Die Rolle des Rechts. Marketing, Haftung, Berufsethik.

Inhalte u.a.: Die weitere Umsetzung des 6-Phasenmodells anhand von Fallbearbeitungen. Praxis und Selbsterfahrung in Kleingruppenarbeit und Rollenspielen. Einzel- und Gruppen-Feedback. Selbst- und Fremdwahrnehmung. Umgang mit eigenen Emotionen, Selbst- und Fremdevaluation. Persönlichkeitstypologien. Gruppen – und Systemdynamik. Video-Vorführung.

Vor- und Nachbereitung von Mediationsverfahren. Co- und Team-Mediation. Grossgruppen-Mediation, Shuttle-Mediation. Informationen über Online-Mediation, über mediationsanaloge Supervision, über Intervision und Coaching. Das Recht der Mediation mit Rechtsdienstleistungsgesetz. Das Recht in der Mediation. Berufsspezifisches Rechts- und Expertenwissen. Interdisziplinäre Kooperationen. Networking. Berufsständische Aspekte. Haftung und Versicherung. Marketing. Werbung. Gebühren/Honorare. Anforderung an Falldokumentation.

Modul 5

Jeder Teilnehmer führt an Hand eines ihm zugelosten Praxisfalls eine Mediation durch.

Inhalte u.a.: Durchführung eines Mediationsverfahrens (Phasen 1 – 6) anhand eines jedem Teilnehmer vorgegebenen gesonderten praktischen Falles im Rollenspiel. Vertiefende Sicht auf Haltung, Rolle und Selbstverständnis der Mediatorin/des Mediators und auf die Ethik der Mediation mit ihren eigenen Bedingungen und Voraussetzungen.

Weitergehende Vermittlung sozialer Kompetenz an die Konfliktparteien zur eigenverantwortlichen Regulierung ihrer Konflikte. Mediation als transformative Chance und Menschenbild. Eine neue Umgangs- und Begegnungskultur auch für den Alltag.

Verschiebungen innerhalb der Module 1-5 bleiben vorbehalten. Der Lehrinhalt als Ganzes ändert sich dadurch nicht.